Umgestaltung der Eintrittspreise für den Zoo Saarbrücken

pm_zoosbAls Freund unseres Zoos in Saarbrücken war es an der Zeit, sich Gedanken darüber zu machen, wie man die Attraktivität der Einrichtung verbessern kann. Wenn man sich die Webseiten mit den Freizeitangeboten ansieht, bemerkt man, dass bereits ein sehr attraktives Programm geboten wird. An dieser Stelle auch meine Anerkennung an die Mitarbeiter in unserem Zoologischen Garten für ihr Engagement.

Mein Antrag sah vor, einen Sommer- und einen Wintereintrittspreis einzuführen, außerdem zwei Familientage im Jahr.

Die Familientage sollen unter dem Motto Zahl‘ was du willst! stehen. Dabei können die Besucher den Wert ihres Zoobesuches selbst festlegen. Die Aktion wurde bereits in Zoos in Kaiserslautern und Augsburg erfolgreich durchgeführt.

Dabei denke ich insbesondere auch an die sozial Schwächeren in unserer Gesellschaft. Die Familientage ermöglichen allen solche Freizeitaktivitäten. Ich bin davon überzeugt, dass sich nicht jeder den Besuch zum regulären Eintrittspreis leisten kann. Dank der Wunschpreistickets kann sich auch eine ganze Familie samt Großeltern an den Tieren erfreuen.

Nach Ansicht der Grünen Fraktion kann der Zoo mit der neuen Preisstruktur auch deutlich mehr Gäste anlocken. Ein möglicher Umsatzrückgang pro Person kann hierbei durch ein deutlich höheres Besucheraufkommen ausgeglichen werden.

Unser Zoo erfüllt eine wichtige Aufgabe in der Wissensvermittlung und Bildung von Kindern und Jugendlichen. Im Saarland lebt jedes sechste Kind an der Armutsgrenze. Auch ihnen soll der Zugang zum Saarbrücker Zoo erleichtert werden.

Dieser Antrag wurde am 10.03.2016 im Werksausschuss Zoologischer Garten Saarbrücken besprochen. Leider fand sich keine ausreichende Unterstützung, und so zog ich den Antrag zurück. Die Argumente dagegen waren meiner Meinung nach sehr bizarr. Entgegen der Realität in vielen anderen bundesdeutschen Zoos ist ein Saisonpreis in Saarbrücken nicht denkbar. Hier zeigt sich die Denkweise einiger meiner Kollegen im Stadtrat. Anstatt den wesentlich attraktiveren Sommereintrittspreis anzuvisieren, um in den Schönwettermonaten mehr Umsatz zu erwirtschaften, konzentriert man sich auf befürchtete Umsatzeinbußen im Winter.

Gänzlich aber hat der Mut meine Kollegen bei einem Wunschpreistag verlassen. Der Fokus liegt hier nicht auf den Möglichkeiten, beispielsweise wird der Aspekt des Attraktivitätsgewinns und somit des langfristigen, konstruktiven Marketings für den Zoo gar nicht gesehen. Im Gegenteil hat hier die Angst die Vorherrschaft, es würden Besucher kommen. Vielleicht sogar viele Besucher.

Wir einigten uns schlussendlich darauf das die Verwaltung im 2. Quartal ein neues Preiskonzept vorstellen wird. Dabei möchte ich allerdings einen zukunftsorientierten, modernen Ansatz sehen.

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