Kaltenbachstraße: Künstlerischer Straßengestaltung und Barrierefreiheit vereinbar

Anlässlich der Einweihung der neu gestalteten Kaltenbachstraße am St. Johanner Markt heben die Grünen im Saarbrücker Stadtrat den barrierefreien Ausbau hervor. Nach zähem Ringen ist es gelungen, die Straße für mobilitätseingeschränkte und sehbehinderte Menschen besser nutzbar zu machen. Das Beispiel Kaltenbachstraße zeigt, dass sich Barrierefreiheit und eine künstlerisch wertvolle Straßengestaltung nicht ausschließen.

„Wir haben lange für den barrierefreien Ausbau der Kaltenbachstraße im historischen Stadtkern von St. Johann gekämpft. Nach zähem Ringen ist es uns gelungen, diesen Bereich der Fußgängerzone unter Beibehaltung des nach dem Konzept des Künstlers Paul Schneider aus den 1970er-Jahren verlegten Pflasters barrierefrei nutzbar zu machen. Die Straße besitzt nun einen erschütterungsarmen Belag für Rollstuhlfahrer und Menschen mit Rollatoren. Ergänzt wird dieser durch eine spezielle Leitlinie für Sehbehinderte und Blinde. Beides ist möglichst mittig angelegt, um auch für jeden gut zugänglich zu sein“, erklärt Thomas Brass, behindertenpolitischer Sprecher von .

„Die Kaltenbachstraße verbindet moderne Elemente der Barrierefreiheit mit einer historisch anmutenden Straßengestaltung. Barrierefreiheit war zwar von Beginn an die Vorgabe, aber der anfangs von der ehemaligen Baudezernentin vorgeschlagene Entwurf sah die Wegeführung für Menschen mit den angesprochenen Behinderungen am Rande der Kaltenbachstraße vor. In unseren Augen war diese Planung nicht zu akzeptieren, weiß man doch, dass gerade in dieser Straße die Gastronomie sehr intensiv durch Straßenverkauf geprägt ist. Barrierefrei wäre es nur in den ganz frühen Morgenstunden erfahrbar geworden. Mit dieser jetzigen Neugestaltung ist dem ursprünglichen Anspruch genüge getan. Es werden nun Maßstäbe gesetzt, die bei künftigen Straßensanierungen rund um den St. Johanner Markt, aber auch in den anderen historischen Stadt- und Ortskernen von Saarbrücken wie in Alt-Saarbrücken, Dudweiler oder St. Arnual Berücksichtigung finden sollten. Ich habe auch volles Vertrauen, dass wir unter der neuen Führung des Baudezernates die Diskussion um die Notwendigkeiten der Barrierefreiheit nicht immer wieder von vorne führen müssen“, sagt dazu Fraktionsvorsitzender Torsten Reif.

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