Ich kritisiere den Antrag der SPD-Fraktion für den kommenden Sozialausschuss, wonach der Pavillon in der Johannisstraße geschlossen werden soll, falls bis Ende des Jahres kein Alternativstandort gefunden werden kann. Zudem fordert die SPD die Wiedereinberufung des Arbeitskreises Prävention und innere Sicherheit. Ich kritisiere beide Forderungen, zumal die Verwaltung längst konkrete Maßnahmen ergriffen hat, der Arbeitskreis bereits regelmäßig tagt und der Stadtrat im Dezember 2024 ein zusätzliches Angebot für den Tagesaufenthalt beschlossen hat, welches sich bereits in Prüfung befindet.
Wir wollen den Pavillon erhalten – und zusätzlich das neue Tagesaufenthalts-Angebot schaffen, das wir gemeinsam im Dezember beschlossen haben. Die SPD hingegen möchte der Verwaltung nun ein Ultimatum stellen, wonach der Pavillon zum Jahresende geschlossen werden soll – auch dann, wenn das neue Angebot bis dahin noch gar nicht zur Verfügung steht. Das ist verantwortungslos und blendet die Realität völlig aus. Ich frage mich ernsthaft, wo in dieser Debatte das soziale Verantwortungsbewusstsein der SPD geblieben ist.
Die Verwaltung arbeitet intensiv an einem zusätzlichen weiteren Tagesaufenthalts-Angebot, das sich am Kieler „Trinkraum“-Konzept orientiert. Es soll niedrigschwellig und barrierefrei sein: ein geschützter Aufenthaltsraum mit sozialpädagogischer Begleitung, Akzeptanz von Alkoholkonsum, Duschmöglichkeit, Schließfächern und vertraulicher Beratung. Zusätzlich sind Gruppenangebote und die enge Anbindung an Streetwork vorgesehen. Das zeigt: Wir sind auf dem Weg, ein zweites, passendes Angebot einzurichten, um die aktuelle Situation zu verbessern, auch wenn es noch Zeit braucht.
Außerdem wurden seit Einrichtung des Pavillons zahlreiche Alternativstandorte geprüft, ohne dass ein geeigneterer Ort gefunden werden konnte. Stattdessen wurden rund um den Pavillon die Sozialarbeit verstärkt, ein Sicherheitsdienst eingeführt und die Zusammenarbeit mit der Polizei intensiviert. Es ist also nicht so, dass nichts unternommen worden wäre, um die Situation zu verbessern. Eine Schließung löst keine Probleme, sie verschiebt sie nur.
Ich sehe die Lösung nicht in Symbolpolitik, sondern in einem ganzheitlichen Ansatz: Wir brauchen keine Schließungsdrohungen, sondern eine Stärkung der Sozialarbeit und klare Perspektiven für die Betroffenen. Nur ein Zusammenspiel von Prävention, Sozialarbeit und Quartiersentwicklung kann die Situation vor Ort wirklich verbessern.
