Ich sehe die angekündigte Aufgabe der „Garage“ nach Auslaufen des Pachtvertrags in dreieinhalb Jahren als ernstes Warnsignal für die Kulturlandschaft in Saarbrücken. Für mich ist klar: Die Stadt sollte alle Möglichkeiten nutzen, um diesen traditionsreichen Veranstaltungsort zu erhalten. Die „Garage“ ist seit über zwanzig Jahren weit mehr als nur ein Club. Sie ist eine prägende Bühne für Rock-, Pop- und Jugendkultur in Saarbrücken und weit darüber hinaus. Jahr für Jahr zieht sie tausende Gäste an. Ihr Verlust wäre für mich ein herber Einschnitt in die kulturelle Vielfalt unserer Stadt und der gesamten Region.
Sollte die „Garage“ jedoch tatsächlich schließen müssen, bin ich der Auffassung, dass die Immobilie als städtisches Kulturzentrum weitergeführt werden sollte. Mit der Weiterentwicklung der Immobilie zum Kulturzentrum könnten wir Räume für die freie Kulturszene schaffen und gleichzeitig auch das Filmhaus an einen neuen, barrierefreien Standort bringen. Das wäre aus meiner Sicht ein doppelter Gewinn: Stärkung der freien Szene und ein städtisches Kino, das endlich allen Saarbrücker:innen offensteht.
Für mich steht die Situation der „Garage“ sinnbildlich für die Herausforderungen, mit denen sich die freie Kultur- und Clubszene in Saarbrücken aktuell auseinandersetzen muss: steigende Kosten, Nutzungskonflikte in innenstadtnahen Quartieren, verändertes Ausgehverhalten nach der Pandemie und eine nach wie vor unzureichende kulturpolitische Unterstützung für Pop- und Subkultur.
Ich bin überzeugt: Rock, Pop, HipHop und Clubkultur sind kein bloßer „Vergnügungsbetrieb“, sondern ein wesentlicher Teil des kulturellen Fundaments einer lebendigen Stadt. Deshalb erwarte ich von der Stadtverwaltung, dass sie jetzt aktiv wird, vermittelt, Perspektiven eröffnet und – wenn nötig – den Weg für ein neues Kulturzentrum freimacht.