Wohnungsmarkt: Quote für sozialen und preisgedämpften Wohnungsbau in Saarbrücken einführen!

In der Landeshauptstadt Saarbrücken fehlen mehrere tausend Wohnungen zu preisgünstigen Mieten. Die angekündigte Anhebung der Zuschüsse durch das Land für die Schaffung von sozialem Wohnraum kann nur ein erster Schritt in die richtige Richtung sein. Alleine eine höhere Förderung des sozialen Wohnungsbaus reicht nicht aus, wenn man bedenkt, dass es auch an Wohnungen für Alleinlebende, junge Familien und an behindertengerechten Wohnungen in der Landeshauptstadt mangelt.

Wir brauchen ausreichend Wohnraum in allen Preiskategorien, damit Saarbrücken eine lebenswerte Stadt für Mitbürger*innen aller sozialen Schichten bleibt. Daher fordere ich gemeinsam mit den Grünen im Stadtrat die Einführung von Mindestquoten beim Wohnungsbau und bringe einen entsprechenden Antrag in den Sozialausschuss und der Sitzung des Stadtrates am 4. September ein.

Konkret erwarte ich von Investoren, dass bei Flächen ab 25 Wohneinheiten mindestens 20 Prozent des Wohnraums im öffentlich geförderten Wohnungsbau und weitere zehn Prozent im preisgedämpften Wohnungsbau (Kaltmiete höchstens 8,50 Euro) geschaffen werden. Die Investoren sollen sich unter anderem zur vollständigen oder teilweisen Übernahme von Folgekosten für die soziale (Gemeinbedarfsflächen wie Spielplätze) und technische Infrastruktur (z.B. Flächen zur Versorgung und Entsorgung) verpflichten.

Darüber hinaus spreche ich mich für die Einführung eines Flächenmanagementsystems für die Landeshauptstadt aus. Wir brauchen eine Gesamtübersicht, die darstellt, wo weiterer Wohnraum entstehen kann. Dabei muss der Nachhaltigkeitsgedanke im Fokus stehen. Wir müssen die Innenverdichtung vorantreiben, statt Freiflächen zu erschließen. Auch muss eruiert werden, inwiefern Leerstand genutzt werden und eventuell auch frühere Gewerbeflächen, zum Beispiel den Großherzog-Friedrich-Hof (ehemaliges Citroën-Gelände), zu Wohnflächen umgewidmet werden können. Dabei soll größter Wert darauf gelegt werden, dass sich neue Wohnungen ins Stadtbild einfügen, möglichst viele Grünflächen auf den Grundstücken entstehen und die Gebäude in energiesparender Passivbauweise angelegt werden.

Preisgünstiger und sozialer Wohnraum darf außerdem nicht nur in Randlagen entstehen, sondern muss mit Wohnraum in anderen Preiskategorien in allen Stadtteilen durchmischt werden. Eine Stadt wie Saarbrücken lebt vom Miteinander von Menschen aller sozialen Herkünfte. Und soziale Teilhabe können wir nur sicherstellen, wenn wir diejenigen, die auf Unterstützungsleistungen angewiesen sind, nicht an den Rand drängen. Wir brauchen daher Auflagen beim Bau neuer Wohnhäuser, um eine größere Zahl an Sozialwohnungen auch in ‚besseren‘ Wohnlagen sicherzustellen. Darüber hinaus müssen günstige, barrierefreie und auch Wohnungen im mittleren Preissegment gut durchmischt in zentraler Lage angeboten werden, damit wir in Saarbrücken ein Mit- statt ein Nebeneinander der Menschen erreichen.

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